#1 Erwartungen – ein leises Innehalten zum Jahresbeginn

#1 Erwartungen – ein leises Innehalten zum Jahresbeginn


Diese besondere Zeit, in der etwas Neues in der Luft liegt – und gleichzeitig ein leiser Druck. Denn mit dem neuen Jahr kommen sie oft ganz automatisch: Erwartungen.

Erwartungen an uns selbst.
An unsere Beziehungen.
An das Leben, an die Welt – wie es jetzt bitte laufen sollte.

Welche Erwartungen begleiten dich gerade?

Was sind eigentlich Erwartungen?

Erwartungen sind keine einfachen Wünsche. Sie sind innere Annahmen darüber, wie die Zukunft aussehen sollte, wie Menschen sich verhalten müssten, wie wir selbst zu sein haben. Sie entstehen aus unseren Erfahrungen, Hoffnungen, Ängsten – und vor allem aus unseren Werten und Glaubenssätzen.

Wir haben Erwartungen an uns selbst, an unsere Partner:innen, an unsere Kinder, an unsere Familie. Gleichzeitig versuchen wir, den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Das gibt Orientierung – und kann Halt geben.

Schwierig wird es dort, wo Erwartungen unbewusst bleiben, starr oder enttäuscht werden.

Erwartungen sind wie innere Drehbücher – oft laufen sie, ohne dass wir merken, dass wir sie selbst geschrieben haben.

Mütter tragen oft besonders hohe Erwartungen an sich selbst. Schon allein durch den ständigen Zeitmangel sind viele davon kaum erfüllbar – und der permanente Vergleich, etwa über Social Media, verstärkt den inneren Druck zusätzlich. Gleichzeitig haben wir Erwartungen an unsere Partner und an unsere Kinder. Nicht selten ähneln sie jenen Erwartungen, die unsere eigenen Eltern einst an uns gestellt haben. Und dann sind da all die Erwartungen von außen, die an uns herangetragen werden – bewusst oder unbewusst. Sich damit achtsam auseinanderzusetzen, kann enorm entlastend sein. Denn wir müssen nicht allen und jedem gerecht werden.

In der Lebensmitte geht es munter weiter: Wenn alte Vorstellungen auf die Realität treffen

Gerade in der Lebensmitte geraten Erwartungen „wie so mein Leben aussehen sollte“ ins Wanken und treffen auf das, was tatsächlich ist. Unerfüllte Erwartungen können sich dann schnell wie persönliches Scheitern anfühlen – obwohl sie oft nichts anderes sind, als überholte innere Bilder.

Konflikte entstehen dabei oft nicht wegen der Erwartungen selbst – sondern weil Werte unklar, verletzt oder nicht gelebt werden.

Was hilft? Bedürfnisse klar erkennen!

Erwartungen werden häufig als Vorwurf erlebt. Doch dahinter steckt meist etwas anderes: ein unerfülltes Bedürfnis.

Eine hilfreiche Frage in solchen Momenten kann sein:
„Was wünsche ich mir eigentlich – und habe ich das jemals klar ausgesprochen?“
Mir selbst gegenüber? Oder auch an anderen?

Eine sanfte Einladung zum Jahresbeginn

Vielleicht geht es in diesem Jahr nicht darum, Erwartungen zu erfüllen.
Sondern darum, sie besser zu verstehen.

Du kannst beginnen, sie freundlich zu beobachten:

  1. An wen richtet sich diese Erwartung gerade?
  2. Welcher Glaubenssatz wirkt im Hintergrund?
  3. Was ist dir so wichtig daran?

Kein Lösen. Kein Verändern.
Nur Wahrnehmen.

Denn Bewusstsein schafft Klarheit – und die macht unseren Alltag leichter!

In unserem Podcast erfährst du noch mehr…