Prokrastination – warum wir aufschieben und wie wir wieder ins Tun kommen
Wir alle kennen es: Die To-do-Liste ist lang, die Aufgaben sind klar – und trotzdem fangen wir nicht an. Stattdessen erledigen wir plötzlich alles Mögliche, nur nicht das, was wirklich wichtig wäre. Prokrastination, das Aufschieben von Aufgaben, ist ein Phänomen, das viele von uns begleitet – oft mit einem schlechten Gewissen im Gepäck.
In dieser Podcastfolge sprechen Pernille und ich mit Antje Rach, Coachin und Expertin für Prokrastination, über genau dieses Thema. Und schnell wird klar: Aufschieben hat nichts mit Faulheit zu tun – sondern ist ein zutiefst menschliches Verhalten.
Doch warum fällt es uns so schwer, einfach anzufangen?
Ein zentraler Punkt: Prokrastination ist eng mit unseren Emotionen verknüpft. Häufig vermeiden wir Aufgaben nicht, weil wir sie nicht können, sondern weil sie unangenehme Gefühle auslösen – wie Überforderung, Unsicherheit, Perfektionsdruck oder Angst zu scheitern. Das Aufschieben wird dann kurzfristig zur Entlastung. Langfristig jedoch wächst der Druck – und der innere Stress nimmt zu.
Antje Rach gibt in dieser Folge spannende Einblicke in die psychologischen Mechanismen hinter dem Aufschieben. Sie zeigt, dass Prokrastination oft ein Versuch ist, sich selbst zu regulieren – wenn auch auf eine wenig hilfreiche Weise.
Gerade in der Lebensmitte kann dieses Thema nochmal eine besondere Dynamik bekommen. Die Anforderungen sind hoch, die Verantwortung groß – und gleichzeitig steigt der innere Anspruch an sich selbst. Perfektionismus, Selbstzweifel oder der Wunsch, allem gerecht zu werden, können das Aufschieben zusätzlich verstärken.
Doch die gute Nachricht ist: Es gibt Wege heraus aus der Aufschieberitis.
Antje teilt in dieser Folge nicht nur ihr Wissen, sondern auch ganz konkrete, alltagstaugliche Strategien:
- Klein anfangen statt perfekt starten
Der erste Schritt darf leicht sein. Oft reicht es, sich vorzunehmen, nur fünf Minuten an einer Aufgabe zu arbeiten. - Gefühle ernst nehmen statt ignorieren
Hinter dem Aufschieben steckt oft eine Emotion. Wer sie erkennt, kann besser mit ihr umgehen. - Realistische Ziele setzen
Zu große oder diffuse Aufgaben blockieren. Klare, kleine Schritte bringen Bewegung hinein. - Selbstmitgefühl statt Selbstkritik
Sich selbst Druck zu machen, verstärkt das Problem meist. Freundlicher mit sich umzugehen, kann den entscheidenden Unterschied machen.
Psychologische Forschung zeigt, dass Prokrastination weniger ein Zeitmanagement- als vielmehr ein Emotionsregulationsproblem ist. Menschen, die lernen, ihre Gefühle besser zu regulieren und sich selbst mit mehr Verständnis zu begegnen, schaffen es leichter, ins Handeln zu kommen.
Vielleicht geht es also gar nicht darum, „endlich disziplinierter“ zu werden – sondern darum, sich selbst besser zu verstehen.
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